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Samstag SA 27 Oktober 2018
Konzerthaus – Porträtkünstler 2018/19 – Musicbanda Franui
Musicbanda Franui

Musicbanda Franui © Julia Wesely (Ausschnitt)

Musicbanda Franui

Das Konzert zum 20-Jahr-Jubiläum spielte die Musicbanda Franui auf der heimatlichen Almwiese Franui 2.300 Meter über dem Meeresspiegel vor 1.500 Zuhörern, die zu Fuß aus dem Tal aufgestiegen waren. Das »Ständchen der Dinge« zum 25. Geburtstag wird Franui auf ca. 150 Meter Seehöhe im Großen Saal des Wiener Konzerthauses vor rund 1.800 Zuhörern spielen. Am 11. November 2018. Zu Faschingsbeginn und kurz nach Allerheiligen: Lustig und traurig liegen da eng beieinander …

… wie oft auch in der Musik von Franui, die Andreas Schett und Markus Kraler seit 25 Jahren im »Zurückgreifen auf historisch verbürgte oder bestehende Musik in Mixtur mit Texten und unserer ganz eigenen musikalischen Welt« komponieren. Eine Welt, in der Franui, so Schett, »quer über alle Zeiten und geographischen Räume hinweg marschiert«.
»Ständchen der Dinge« ist der Auftakt zur Porträtreihe im Wiener Konzerthaus. Im Geburtstagskonzert zieht die Osttiroler Musicbanda gemeinsam mit wichtigen Wegbegleitern Bilanz. Das erste Stück auf der längst vergriffenen Debüt-CD »Drüben« wurde damals – und wird nun 25 Jahre später – über einen Spruch der Ortsbäuerin in der Gemeindezeitung von Innervillgraten musiziert: »Wenn die Ribisl, Granten [=Preiselbeeren] und Schwarzbeeren recht gut gedeihen, gibt es wieder viele [sic!] gute Marmelade und Saft.« Seit damals hat Franui viele musikalische Marmeladen mit dem süßsauren Geschmack der Beeren aufgekocht. Die typischen Geschmacksnoten sind Trauermärsche und Tanzbodenstücke, mit denen die Musikerinnen und Musiker einst im Dorf aufwuchsen. »Wenn du einen Trauermarsch vier Mal so schnell spielst, wird eine Polka daraus«. So findet Franui auch in diesen gegensätzlichen Polen eine Gemeinsamkeit, aus der immer wieder ihre besinnlich-sinnlich und leidvolllustvoll geblasene, gezupfte und gestrichene Musik entsteht.
Mit Florian Boesch hat Franui im Wiener Konzerthaus 2015 endlich den Sänger für ihre vielen davor sängerlos gespielten Lieder gefunden. In »Alles wieder gut« komponiert/ musiziert Franui und singt Boesch die immerwährende romantisch-musikalische Sehnsucht von Schubert bis Mahler in das 21. Jahrhundert weiter. Der Wiener Liedermacher lebt in den lebendigen Stimmungen Franuis ebenso weiter wie ihr »Nachbar« Mahler, der im Südtiroler Dorf Schluderbach unweit vom Osttiroler Almflecken Franui ein Komponierhäuschen hatte.

Seinen Sehnsuchtsweg geht Franui mit dem neuen Programm »Vortrag über nichts« ziellos und gefühlvoll auf den Spuren der berühmten Lektion von John Cage weiter. Die Übersetzung ins Deutsche von Ernst Jandl wird der Schauspieler André Wilms mit den musikalischen Assoziationen der Musicbanda verbinden: »Langsam habe ich das Gefühl, dass wir nirgendwo hingelangen – und das ist ein Vergnügen!«

Gemeinsam mit dem Schauspieler Sven-Eric Bechtolf wälzte Franui seit langem die Idee, eine Version von Schnitzlers »Reigen« zu schaffen. Nun bekommt endlich jede der zehn Szenen, die von Bechtolf und Regina Fritsch lesend gespielt werden, ihr passendes musikalisches Milieu. Dreitägiger Ausklang der Franui-Jubiläumssaison im Wiener Konzerthaus wird das Festival »Gemischter Satz« mit vielen musizierenden, tanzenden, lesenden, schauspielenden Freunden und Gruppen, die wie die »gemischten« Rebsorten in ein- und demselben Weingarten wachsen.

 

Porträtkünstler 2018/19

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