Konzerthaus – Porträts – Cuarteto Casals
Cuarteto Casals

Cuarteto Casals © Molina Visuals (Ausschnitt)

Cuarteto Casals

«Ein Quartett für das neue Millennium», schrieb das Magazin The Strad begeistert über das Cuarteto Casals. Zu seinem 20. Jubiläum ist das Ensemble im Wiener Konzerthaus mit einem Beethoven-Zyklus zu erleben, der innerhalb von nur zehn Tagen das gesamte Quartett-Schaffen des Klassikers zur Aufführung bringt, bereichert durch neue Werke von sechs Komponisten aus dem Mittelmeerraum.

An der Madrider Escuela Superior de Música Reina Sofia gründeten die Geigerin Vera Martínez und die Brüder Abel und Arnaud Tomàs (Violine und Violoncello) 1997 das Cuarteto Casals, dessen Bratschist seit 2002 der Amerikaner Jonathan Brown ist. Nach nur kurzer Zeit wurde es bereits mit renommierten Preisen ausgezeichnet, darunter Erste Preise bei der London String Quartet Competition und dem internationalen Brahms-Wettbewerb Hamburg sowie alle wichtigen spanischen Staatspreise. Bald etablierte sich das heute in Barcelona ansässige Ensemble in der ersten Liga der Streichquartette und zählt mit seinem eigenen Klangbild, mit seiner Lust an differenzierter Phrasierung und modellierten Details sowie seinen gerne dramatisch-zupackenden Tempi zu den aufregendsten Quartett-Formationen weltweit. Die großen Klassiker vom 18. bis ins 20. Jahrhundert gehören zum Kernrepertoire; immer wieder suchen die vier Ensemblemitglieder aber auch nach neuen Impulsen, sei es durch die Aufführung unbekannterer spanischer Werke oder die Zusammenarbeit mit zeitgenössischen Komponisten. Das Preisgeld des Londoner Borletti-Buitoni Trusts investierten sie in den Erwerb eines zusammengehörigen Satzes klassischer Bögen, und während Vera Martínez ab der Romantik die erste Violine übernimmt, ist bis zur Klassik Abel Tomàs Primarius des Ensembles. Scheinbar Bekanntes hört man mit dem Cuarteto Casals auf beglückende Weise neu, trifft in seinem Musizieren doch eine richtig verstandene Texttreue und eine mit großer Lust betriebene Suche nach der idealen Spielweise für das jeweilige Repertoire auf ein genuin zeitgenössisches Musikantentum.

Wenn sich nun das Cuarteto Casals zu seinem 20. Geburtstag in sechs Konzerten alle Streichquartette Beethovens vornimmt, so darf man auch hier nicht nur einen hochkarätigen «Beethoven-Marathon» erwarten. Vielmehr wird dieser erweitert durch sechs allerneueste Werke, die die Musikerinnen und Musiker in Zusammenarbeit mit sechs großen Konzertveranstaltern in Amsterdam, Turin, Madrid, London, Barcelona und Wien bei den Italienern Aureliano Cattaneo, Lucio Amanti und Giovanni Sollima, den Spaniern Francisco Coll und Mauricio Sotelo sowie dem Israeli Matan Porat in Auftrag gegeben haben. Auf ganz unterschiedliche Weise entstehen so zeitgenössische Reflexionen und Kommentare, die Beethovens Werke nicht nur in einem anderen Licht erscheinen lassen, sondern im Verein mit der besonderen Musizierkultur des Cuarteto Casals die Ohren schärfen für ein neues, intensives Hören der klassischen Kompositionen: Von den sechs Quartetten des zwischen 1797 und 1800 in Auseinandersetzung und Konkurrenz mit den Meisterwerken Haydns und Mozarts entstandenen Opus 18 bis hinein in Beethovens Spätwerk – Musik, die Grenzregionen erschließt und wegen ihrer Schwierigkeiten und ungeheuren Rücksichtslosigkeiten gegenüber jeder verbindlichen Tradition bis heute herausfordert. Als «perfektestes Wunder», beschrieb beispielsweise der 80-jährige Igor Strawinski die Große Fuge B-Dur op. 133: «das absolut zeitgenössischste Musikstück, das ich kenne, und zeitgenössisch für immer».

 

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