Konzerthaus – Schubert-Jubiläum

© Gustav Klimt: Franz Schubert am Klavier, 1899 (Ausschnitt), Theatersammlung der Nationalbibliothek

Schubert-Jubiläum

«Ich bin zu nichts als das Komponieren auf die Welt gekommen.»

Am 31. Jänner 2017 gedenkt die Musikwelt des 220. Geburtstags von Franz Schubert.

Schubert war ein stierer, großer Komponierer. Er hat nie ein Geld gehabt, also ist er heute der Verlierer.» Mit diesem tiefen Griff in die Klischeeschublade lässt Georg Kreisler seinen hämischen «Musikkritiker» ein «Buch über Schubert» beginnen. Das war Anfang der 60er-Jahre, noch zu Lebzeiten des großen Otto Erich Deutsch († 1967), des Verfassers u. a. des Schubert’schen Werkverzeichnisses und der umfangreichsten Dokumentensammlung zum Leben des Komponisten. Tatsächlich war das gängige Schubert-Bild damals eher ein à la Willi Forst und Ernst Marischka verniedlichtes, verzopftes und ein Unterfangen wie die Gesamtaufnahme aller Schubert-Symphonien durch die Berliner Philharmoniker unter Herbert von Karajan eine Pioniertat! Fest stand immerhin: «Er schrieb gar viele Töne, sicher auch wunderschöne –», um noch einmal Kreislers «Musikkritiker» zu zitieren. Und heute? Mit Sicherheit hat sich das Schubert-Bild gravierend gewandelt, ist der Künstler als solcher und in der ganzen Bandbreite seines Schaffens zunehmend ernster genommen worden, so dass heute in katholischen Kirchen auch Aufführungen seiner Messen ohne die nachträgliche Unterschiebung der von ihm geflissentlich ausgesparten Credo-Zeilen («et unam sanctam catholicam …») möglich sind. Auch die ästhetische Aufwertung der Schubert’schen Tänze (maßgeblich befördert durch Pianisten wie Alfons Kontarsky oder Alfred Brendel) scheint ein Indiz für diesen gereiften Blick auf Schuberts Kunst zu sein.

Im Wiener Konzerthaus können Sie nun rund um Schuberts 220. Geburtstag eine Reihe von Veranstaltungen erleben, die aus dem Vollen seines gigantischen Œuvres schöpfen. Die «Schöne Müllerin», dargeboten von Florian Boesch und Malcolm Martineau, darf dabei natürlich ebenso wenig fehlen wie das berühmte B-Dur-Trio und andere Juwelen seiner Kammermusik mit dem Wiener Klaviertrio und dem jungen Kölner Signum Quartett. Pianistisches von und zu Schubert – letzteres in Gestalt Liszt’scher Liedbearbeitungen – präsentiert Oleg Maisenberg, und das Wiener KammerOrchester wuchtet unter der Leitung Stefan Vladars den Meilenstein von Schuberts «Großer C-Dur-Symphonie» auf die Pulte. Entlegenes aus dem Portefeuille des «Liederfürsten» erkunden Julia Kleiter, Anke Vondung, Werner Güra und Paul Armin Edelmann mit geselligen Gesangsduetten und -quartetten und für alle, die unterhaltsam auf den aktuellsten Stand der Schubert-Forschung gebracht werden wollen, empfehlen sich die beiden Vortragsmatineen Graham Johnsons. Der renommierte Klavierbegleiter und Autor eines dreibändigen Standardwerks zum kompletten Liedschaff en Franz Schuberts gilt als intimster Kenner dieses Œuvres, der es außerdem versteht, das Publikum an seinem enormen Wissen durch charmante Vortragskunst teilhaben zu lassen.

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