Konzerthaus – Porträts – Florian Boesch
Florian Boesch

Florian Boesch © www.lukasbeck.com (Ausschnitt)

Florian Boesch

«Es gibt wenige Liederabende, die besser sind als dieser», schrieb James R. Oestreich in der New York Times über Florian Boeschs Interpretation von Schuberts «Winterreise» in der Carnegie Hall und ergänzte: «Von dem Moment an, als er die Bühne betrat – scheu wirkend wie ein Kind –, bot sich ein Abend mit einer von Erfahrungen zutiefst durchlebten Interpretation.»

Florian Boesch gilt derzeit als einer der exzellentesten Liedinterpreten und ist auf vielen großen Konzert- und Opernbühnen sowie den bedeutenden Festivals zwischen Wien und Salzburg, London und New York zu erleben. Mit seinen CD-Einspielungen von Schubert-Liedern wurde er von der internationalen Presse gefeiert, seine Interpretation der «Schönen Müllerin» für den Grammy 2015 nominiert und seine bei Hyperion erschienenen Lieder und Balladen von Carl Loewe mit dem Edison Klassik Award 2012 ausgezeichnet. Sein Liedgesang bescherte ihm Residenzen in der New Yorker Carnegie und der Londoner Wigmore Hall. Im Wiener Konzerthaus ist Florian Boesch 2016/17 mit einer ganzen Reihe von Auftritten zu Gast: «Die schöne Müllerin» und andere Lieder Schuberts sowie das «Reisebuch aus den österreichischen Alpen» von Ernst Krenek stehen dabei ebenso auf dem Programm wie – zusammen mit den Wiener Symphonikern – die großen Bass-Partien in Bachs «Johannespassion», Mendelssohn Bartholdys «Elias» sowie Beethovens Symphonie Nr. 9. Und einen besonderen Abend verspricht auch der gemeinsame Auftritt mit der Osttiroler Musicbanda Franui, die auf unvergleichliche Weise in den Liedern von Schubert, Schumann, Mahler und anderen das Volkstümliche aufspürt, um es in ihr eigenes, ebenso mitreißendes wie auch die ganz tiefe Wehmut kennendes Musikantentum zu transferieren.

Der in Wien aufgewachsene Florian Boesch wurde in eine Sängerfamilie hineingeboren. Sein Vater ist der Bariton Christian Boesch, bei seiner Großmutter Ruthilde erhielt er seinen ersten Gesangsunterricht. Während des Studiums an der Universität für Musik und Darstellende Kunst Wien besuchte er die Klasse von Kammersänger Robert Holl. Im deutschen Lied, Oratorium und einem ausgewählten Musiktheaterrepertoire hat Florian Boesch nicht nur seine künstlerische Heimat gefunden, sondern weiß mit seinem ganz eigenen Interpretationsstil unvergleichliche Akzente zu setzen. Im Zentrum steht bei ihm die Suche nach Natürlichkeit, denn – so Boesch: «Das Interessante ist das Echte.» Seine Auftritte als Liedsänger begreift er, ganz im Sinne Kleists, als «die allmähliche Verfertigung der Gedanken beim Reden», sodass man als Zuhörerin oder Zuhörer den Eindruck gewinnt, dass da jemand in die Texte, die er singt, geradezu hineinkriecht, ihre feinsten Färbungen aufspürt, ihrem Sinn beim Singen nachlauscht und zugleich mit seinem Partner am Klavier in einen Dialog tritt, in dem nichts von vorneherein abgesichert ist. Bewusst konzentriert sich Florian Boesch dabei auf die deutsche Sprache, denn – so bekennt er: «Meine Art zu singen funktioniert nur in einer Sprache, die ich in jeder Nuance kenne.»

 

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