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Montag MO 6 Jänner 2020
Programm, sortiert nach Interpreten

Björn Schmelzer © Jimmy Kets (Ausschnitt)

Resonanzen: Graindelavoix / Schmelzer »I · N · R · I«

Im Jahre 1609 malt Giovanni Balducci das Altargemälde »Die Vergebung des Carlo Gesualdo«, das die Auferstehung Christi, die Hölle und den Auftraggeber, Gesualdo selbst, als Bittsteller zeigt. Seit er sich in der Nacht vom 17. Oktober 1590 für die Untreue seiner ersten Frau tödlich gerächt hatte, wurde Gesualdo seines Lebens nicht mehr froh. Alpträume, Depressionen und Schicksalsschläge waren von da an seine ständigen Begleiter und trieben ihn immer tiefer in einen einsamen musikalischen Extremismus hinein. Seine 6- stimmigen »Tenebrae«-Responsorien zur Karwoche sind bitter-späte Tränen der Reue und nun erstmals vollständig im Wiener Konzerthaus zu erleben.

Mittwoch, 22. Jänner 2020, 19.30 Uhr

Leila Schayegh © Mona Lisa Fiedler

Resonanzen-Finale: Leila Schayegh / Evgeny Sviridov »Duelle«

Im 18. Jahrhundert war es beliebt, Neid und Missgunst unter Virtuosen mittels musikalischer Wettkämpfe – gerne vor adeligem Publikum – beizulegen. So fetzte sich Händel mit Scarlatti, Mozart stieg gegen Clementi in den Ring und noch Beethoven stellte sich in Wien gleich dreimal pianistischen Herausforderern. Louis Marchand soll vor dem Orgel-Wettstreit mit Bach Muffensausen bekommen haben und ist gleich gar nicht in der Arena erschienen. Diese Tradition bildet gleichsam den historischen Aufhänger für das Abschlusskonzert der »Resonanzen« 2020, in dem sich Geigen- und Tastenvirtuosen Auge in Auge gegenüberstehen.

Sonntag, 26. Jänner 2020, 19.30 Uhr

Monty Alexander © Rebecca Meek

Monty Alexander

Keiner swingt so geschmackssicher und unaufdringlich wie Mister Feelgood: Pure Lebensfreude will Monty Alexander – Jamaikas Antwort auf Oscar Peterson – bei seinem fünften Konzerthaus-Gastspiel seit 1977 vermitteln. Erstmals ohne Verstärker. Seine herzerwärmende Musik kennt keine Trennungslinie zwischen den Genres. Ingredienzen sind Art Tatum, Klassik-Anklänge, Calypso und Reggae-Roots.

Dienstag, 18. Februar 2020, 19.30 Uhr

Wynton Marsalis © Frank Stewart

Jazz at Lincoln Center Orchestra & Wynton Marsalis »Braggin' in Brass«

Immer im Spirit of Swing: Die wohl besten Solisten, Ensemblemusiker und Arrangeure der heutigen Jazzmusik eint das Jazz at Lincoln Center Orchestra. Die begnadeten Musiker frönen nicht nur dem Jazz, sie leben ihn. Da überrascht es nicht, dass Jazz-Legende und neunfacher Grammy-Preisträger Wynton Marsalis höchstpersönlich das bekannte New Yorker Ensemble seit über einem Vierteljahrhundert leitet. Seit 1991 swingt der Trompetenvirtuose mit seiner Bigband quer über den Globus, dabei immer stilvoll gekleidet im gepflegten Zweireiher – aus Respekt vor Musik und Publikum, versteht sich.

Montag, 24. Februar 2020, 19.30 Uhr

Cécile McLorin Salvant

Cécile McLorin Salvant

Als Höhepunkt der Reihe »Jazz unplugged« eine große Stimme – voll oder heiser, mädchenhaft und theatralisch: Cécile McLorin Salvant, US-Amerikanerin mit französischen Wurzeln, ist eine sympathische Mischung aus Coolness, Eleganz und Melancholie. Sie gilt als Erbin von Billie Holiday und Sarah Vaughan und wird oft mit Betty Carter oder Ella Fitzgerald verglichen. Wynton Marsalis und Archie Shepp sind ihre Fans. Statt Pop-Cover singt sie lieber von Blues, Chanson und Jazz beeinflusste Lieder von zeitloser Qualität.

Donnerstag, 30. April 2020, 19.30 Uhr