Klänge der Hoffnung

Von Westafrika hinaus in die Welt: Mit Angélique Kidjo kehrt eine der einflussreichsten Stimmen der World Music in den Großen Saal zurück. Sie präsentiert ihr neues Album »Hope!!«
from Barbara AlhuterBenin – Paris – New York
Seit rund vier Jahrzehnten prägt die aus Benin stammende, in Paris ausgebildete und seit Mitte der 1990er-Jahre in New York lebende Angélique Kidjo die internationalen Bühnen. 1983 floh sie vor der Militärdiktatur ihrer Heimat nach Frankreich; ein Schritt, der ihre künstlerische und gesellschaftliche Haltung bis heute prägt. Seither hat »Afrikas bedeutendste Diva« (Time Magazine) 18 Alben veröffentlicht und u. a. fünf Grammys gewonnen. Im August 2026 folgte ein weiterer Meilenstein: Als erste afrikanische Künstlerin wurde sie mit einem Stern auf dem Hollywood Walk of Fame geehrt.
Geballte Energie
Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an! Das zeigt Angélique Kidjo bei ihren Auftritten. Ihre Konzerte ziehen das Publikum sofort in ihren Bann – musikalisch wie persönlich. Ihre Markenzeichen: eine unverkennbar kraftvoll-melodische Stimme, eine elektrisierende Bühnenpräsenz und ein strahlendes Lächeln voller Lebensfreude. Abseits der Bühne engagiert sich die charismatische Singer-Songwriterin, Schauspielerin und Aktivistin seit vielen Jahren in Organisationen wie UNICEF oder Oxfam für Chancengleichheit, Selbstbestimmung sowie gegen Rassismus, soziale Ungerechtigkeit und die Klimakrise. Ihr Credo: »Musik kann die Welt verändern!« Mit den 16 Liedern ihres Albums »Hope!!« möchte sie Zuversicht schenken. »Meine Lebensphilosophie habe ich von meiner Mutter. Ihr Zauberwort war ›Hoffnung‹. Denn ohne Hoffnung kann man keine Lebenspläne schmieden. […] Angesichts der vielen Ängste und Spaltungen, die uns heute umgeben, sollten wir uns auf die Hoffnung konzentrieren, um die Welt von morgen zu gestalten«, so Kidjo.
»Hope!!«
Diese Überzeugung durchzieht »Hope!!« – eine Hommage an Kidjos Mutter Yvonne – wie ein roter Faden. Für das Album hat Angélique Kidjo mit Künstler:innen aus aller Welt gearbeitet: von den Afrobeat-Musikern Davido und Ayra Starr, dem Highlife-Duo The Cavemen über die US-Stars Pharrell Williams und PJ Morton bis hin zur brasilianischen Sängerin IZA und dem südafrikanischen Soweto Gospel Choir. Afrobeat, Afropop und Highlife treffen auf R&B und Funk und verflechten sich mit Jazz, Soul und lateinamerikanischen Grooves. Die stilistische Vielfalt mündet in ein klares Statement, nämlich ein leidenschaftliches Plädoyer für Hoffnung. Kidjos Optimismus ist allgegenwärtig. So heißt es etwa in »No stopping us«: »We don’t have to ask for permission to live, to love, to rise above.« Und »You can« fordert dazu auf, an sich selbst zu glauben, auch wenn es sonst niemand tut, und nach den Sternen zu greifen: »So, you keep trying to do the impossible. So, you keep trying to change what they say you can’t. I believe you can!« In einem Interview schildert die preisgekrönte Sängerin: »Mit diesem Album wollte ich wieder etwas Feuer in die Herzen der Menschen bringen und zeigen, wie sehr wir diese Freude und Hoffnung brauchen, um unsere Menschlichkeit zu bewahren.« Es ist Musik, die lange nachklingt und daran erinnert, dass Hoffnung nichts mit passivem Abwarten zu tun hat. Ein Funke, der bleibt!
