In den Trattnerhof

Ansicht vom Graben gegen den Kohlmarkt — Radierung, koloriert von Carl Schütz (1781)
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Sie heißen etwa Zur Mehlgrube, Jahn’scher Konzertsaal, Augartensaal und Trattnerscher Saal im Trattnerhof: die Uraufführungsstätten von Mozarts Klavierkonzerten

von Alexandra Ziane
Veröffentlicht: 17/07/26

Der Trattnerhof am Graben 29, der in der ursprünglichen Form 1911 demoliert wurde, zählte Ende des 18. Jahrhunderts zu den bedeutendsten kulturellen Treffpunkten Wiens. Dort fand vermutlich 1786 die Uraufführung von Mozarts Klavierkonzert C-Dur K 503 statt, und dort wohnte Mozart 1784 mit seiner Familie sogar einige Monate. Wie der Musikwissenschaftler Michael Lorenz nach ausgiebigen Studien zum Trattnerhof folgerte, waren die Wohnverhältnisse relativ beengt: zwei Zimmer, Küche und Nebenräume. 

Von 1773 bis 1776 hatte Johann Thomas Trattner Edler von Trattner das fünfstöckige prächtige Gebäude nach Plänen von Peter Mollner errichten lassen. In Ungarn als armer Waisenknabe geboren, hatte er in Wien eine Buchdruckerlehre absolviert, ehe er selbst eine Buchdruckerei erwarb. Diese war für sämtliche in Österreich herausgegebenen Schul- und Lehrbücher verantwortlich und konnte durch den günstigen Nachdruck ausländischer Werke großen Profit erzielen. Selbst zu Kaiserin Maria Theresia stand Trattner 
in gutem Verhältnis, aber auch zu seinem Mieter Mozart. Diesem überließ er die Wohnung sowie den im Haus befindlichen Saal für dessen Subskriptionskonzerte zu einem günstigen Preis. Seine Frau Therese erhielt bei Mozart Klavierunterricht. 

Die Klavierkonzerte K 449, 450 und 451 komponierte Mozart für die im Trattnerhof am 17., 24. und 31. März 1784 veranstalteten Konzerte, zu denen die gehobene Wiener Gesellschaft strömte. Mozarts Nachbarn, die Familie des Hofrats von Greiner, luden zu kunstsinnigen Zusammenkünften ein. Die Tochter Karoline, verheiratet Pichler, die eine erfolgreiche Schriftstellerin werden sollte und auch Klavier spielte, hält in ihren Memoiren fest: »… der große Mozart, obwohl nicht mein Lehrmeister, schenkte mir manche Stunde; ich hatte oft Gelegenheit, ihn spielen zu hören und mich nach seinen Anweisungen zu vervollkommnen.«

Neben etlichen Geschäften gab es im Trattnerhof auch ein Lesekabinett, das Mitgliedern Bücher und Zeitungen zur Lektüre anbot. 1784 ließ Ernst von Fillenbaum es nach venezianischen Vorbildern zu einem Casino umgestalten: »Nicht bloss dem hohen Adel, auch allen Fremden von Unterscheidung, den k.k. Officiers, Beamten vom Range, Großisten, Banquiers, Handelsleuten, Doctoren, Agenten und der Geistlichkeit steht das Casin zu allen Zeiten offen, und wird für den täglichen Eintritt nichts bezahlt. … Caffee, Chocolade, Punsch u.s.w. bekommt man um den billigsten Preis.« Brettspiele und Billardtische fand man dort ebenso wie Musikinstrumente und Noten, außerdem wurden Erfrischungsgetränke und Speisen serviert. In diesem Casino fand vermutlich die Uraufführung von Mozarts Klavierkonzert in C-Dur K 503 statt, das er laut seines eigenen Werkverzeichnisses am 4. Dezember 1786 fertiggestellt, aber wohl schon zwei Jahre früher begonnen hatte. Dokumentarische Belege für die dort in der Adventszeit im Casino geplanten vier Akademien gibt es jedoch keine. Zu diesem Zeitpunkt war Mozart jedenfalls bereits in eine komfortablere Wohnung in der Schulerstraße übersiedelt. Den Grundstock für seinen Erfolg als Pianist hat er sich im Trattnerhof erarbeitet.

Ehe das Haus nach einem Besitzerwechsel abgerissen wurde, sollten dort noch der Schriftsteller Hermann Bahr und Hugo Wolf wohnen. Der Neubau nach Plänen von Rudolf Krausz bestand schließlich aus zwei Baukörpern, die von der Goldschmiedgasse getrennt wurden. Das darin angesiedelte, von Josef Hoffmann gestaltete Grabencafé, in dem ebenfalls Konzerte stattfanden, verschwand mit dem Umbau des Hauses im Jahr 1954.

04/10/26
04/10/26
So, 10.30 Uhr ∙ Mozart-Saal
Klavier Orchester

Wiener KammerOrchester / Bashkirova / de Vriend

293949596873,–
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16/10/26
16/10/26
Fr, 19.00 Uhr ∙ Großer Saal
Klavier Orchester
Fridays@7

Wiener Symphoniker / de la Salle / Minasi

314359758694,–
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18/10/26
18/10/26
So, 11.00 Uhr ∙ Großer Saal
Klavier Orchester

Wiener Symphoniker / de la Salle / Minasi

2952678299107,–
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