23/09/26
Mi, 19.30–ca. 21.30 Uhr ∙ Großer Saal

»Echo des Unerhörten«

Die Wiener Symphoniker zum 20jährigen Jubiläum von Exilarte

Veranstalter & Verantwortlicher

mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst mdw talent lab

274150607075,–

Rollstuhlplatzbuchungen unter ticket@konzerthaus.at

  • Wiener Symphoniker Orchester
  • Mitra Kotte Klavier
  • Katharina Wincor Dirigentin

Programm

  • Wilhelm Grosz

    Spanish Rhapsody für Klavier und Orchester (UA)

    Serenade op. 5

    Tanz op. 7

  • Pause

  • Hans Winterberg

    Symphonie Nr. 2

  • Wiener Symphoniker Orchester
  • Mitra Kotte Klavier
  • Katharina Wincor Dirigentin

Programm

  • Wilhelm Grosz

    Spanish Rhapsody für Klavier und Orchester (UA)

    Serenade op. 5

    Tanz op. 7

  • Pause

  • Hans Winterberg

    Symphonie Nr. 2

Anlässlich des 20-jährigen Jubiläums von exil.arte und des 10-jährigen Jubiläums des Exilarte Zentrum der mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien spielen die Wiener Symphoniker unter der Leitung von Katharina Wincor Werke der Exilarte Notenedition von Wilhelm Grosz und Hans Winterberg. Seit 2006 hat sich aus einer ursprünglich erinnerungskulturellen Initiative ein international anerkanntes Forschungs- und Kulturzentrum entwickelt, das wissenschaftliche Arbeit, Archivpraxis und künstlerische Performance erfolgreich verbindet. Durch Ausstellungen, Publikationen, Aufnahmen, Symposien und Konzerte wurden vertriebene Komponist:innen einem breiten Publikum zugänglich gemacht.
Exilarte gilt heute als Modell gelebter Kulturgeschichte durch die Sicherung musikalischer Nachlässe, internationale Kooperationen und Zugänglichkeit seiner Sammlungen. Die Jahre 2006–2026 bilden dabei kein Ende, sondern ein tragfähiges Fundament – ein lebendiges Archiv, das die Musikgeschichte des 20. Jahrhunderts nachhaltig neu perspektiviert.

Wilhelm Grosz
Wien, 1894 – 1939, New York City

Grosz studierte an der Akademie für Musik und darstellende Kunst (heute mdw) bei Franz Schreker und Musikwissenschaft bei Guido Adler. Früh wandte er sich der Popularmusik zu, etwa mit seiner Jazzband-Sonate (1922) und dem Jazzballett Baby in der Bar (1928). Trotz Julius Korngolds Lob zu dessen Oper Sganarell begann er in Berlin eine Karriere als Produzent, Arrangeur und Dirigent bei Ultraphon. 1934 floh er nach London und schrieb zahlreiche Schlager wie Red Sails in the Sunset. 1939 folgte er dem Rat Erich W. Korngolds nach New York, wo er kurz nach der Ankunft verstarb.

Hans Winterberg
Prag, 1901 – 1991, Stepperg / Oberbayern

Winterberg, aus einer deutschsprachigen jüdischen Prager Familie, studierte bei Finke, Zemlinsky und Hába. Durch die Ehe mit der nicht-jüdischen Pianistin Maria Maschat zunächst geschützt, wurde er 1944 geschieden und nach Theresienstadt deportiert. Nach der Befreiung aus dem Ghetto emigrierte er nach Deutschland und kehrte aufgrund der politischen Lage nicht mehr nach Prag zurück. In Bayern kämpfte er um Entschädigung und fand nur mühsam beruflichen Anschluss, u. a. beim Bayerischen Rundfunk. Trotz einzelner Aufführungen blieb ihm zeitlebens breite Anerkennung versagt.

Anmerkung

Medienpartner Ö1 Club

Externe Links

https://www.mdw.ac.at