Jethro Tull
»The Curiosity Tour«
Veranstalter & Verantwortlicher
Barracuda Music GmbH
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Von Zeit zu Zeit – vielleicht alle fünf Jahre – veröffentlicht Ian Anderson ein neues Album. Manchmal als Jethro Tull, manchmal als Soloalbum.
Aber diese frenetische Schreib- und Aufnahmeaktivität ließ keine Auszeit zu, keine Zeit, um neue Energie zu tanken oder das Familienleben zu genießen. Also wurde das Tempo in Sachen Studioarbeit gedrosselt, und das Touren auf den Bühnen der Welt erwies sich sowohl als Gegenmittel gegen Langeweile als auch als Gelegenheit, neues Publikum in Ländern zu erreichen, die zuvor noch nicht bereist worden waren.
Das neue Album – wann immer es endlich fertiggestellt und zur Veröffentlichung bereit war – wurde eher zu einer Seltenheit, aber es brachte weiterhin abwechslungsreiche und nonkonformistische Musik hervor. Ian Anderson, der sich nie an eine bestimmte Formel geklammert hat, fand neue Horizonte und neue Themen für musikalische Ausflüge, die manchmal die Erwartungen der Fans enttäuschten, die älter und vielleicht auch in ihrem Musikgeschmack konservativer geworden waren.
Und dann brach die Welt, wie wir sie kannten, zusammen. Im Januar 2020 füllten die Nachrichten über die sich ausbreitende Coronavirus-Pandemie die Nachrichtenkanäle. »Es kam so plötzlich«, erinnert sich Anderson. So begann die endlose Reihe von Verschiebungen und Absagen. Das Ende eines ganzen Jahres Arbeit in der Planung und Vertragsverhandlung für die vielen Shows, die für 2020 vorgesehen waren.
Ein perfekter Zeitpunkt, um das unvollendete Album fertigzustellen? Anderson sagt: »Die Verzweiflung und Wut darüber, dass uns unser Berufsleben genommen worden war, bedeutete zumindest für mich, dass sich die Veröffentlichung eines neuen Albums kaum lohnte, bis wir wieder zusammen im Studio sein und die letzten Songs in der traditionellen Weise fertigstellen konnten.«
So kamen ein paar andere Projekte als Ersatz ins Spiel. Die Jethro-Tull-Biografie The Ballad Of Jethro Tull« und dann das gesammelte Songtextbuch »Silent Singing« nahmen in den folgenden Monaten einen Großteil von Andersons Zeit in Anspruch, bis er erkannte, dass das Virus noch eine ganze Weile bleiben würde, und beschloss, die letzten Songs allein aufzunehmen und das Projekt für eine Veröffentlichung im Jahr 2021 fertigzustellen. Einige Bandmitglieder konnten aus der Ferne einen Beitrag leisten, indem sie ihre individuell aufgenommenen Musikparts einschickten, die dann in den finalen Mix integriert wurden.
So musste «The Zealot Gene«, wie es nun betitelt wurde, wie ein reifender Whisky auf eine weitere Phase von Konzertabsagen und Enttäuschungen warten, bis jetzt.
Das wahrscheinlich am längsten in Arbeit befindliche Album – sicherlich für Tull – ruht still im Pantheon des Tull-Katalogs und wartet auf sein Schicksal. Ein Reinfall? Eine triumphale Rückkehr zu den berauschenden Tagen der 70er Jahre? Es könnte irgendwo dazwischen liegen, überlegt Anderson.