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And now it's time for Julian!

von Wiener Konzerthaus

Von Cornelia Demmer

Ein sonniger Frühlingstag, ein öffentliches Festkonzert am Heldenplatz anlässlich der Kapitulation des nationalsozialistischen Regimes vor 68 Jahren und die rauschende Eröffnung des Sommers im Museumsquartier waren für das Publikum am 8. Mai 2013 keine Gründe nicht trotzdem ins Konzerthaus zu gehen und das New Gary Burton Quartet zu feiern! Manchmal wäre es aber schon schön, wenn man sich teilen könnte...

Obwohl allein schon durch den Namen des Ensembles und des weiteren auch noch durch den Programmtext einer der Jazz-Granden des Vibraphons – Gary Burton – angekündigt wurde, stand doch ganz jemand anderer im Mittelpunkt. Der aus Kalifornien stammende, 25 Jahre alte Julian Lage mischte auf seiner Gitarre Klänge, Farben, Töne, Harmonien und Genres ganz so, als würde er mit einem Kochlöffel in einem großen Hexenkessel umrühren. Und nachdem die obersten Schichten mit den schwereren Brocken vom Boden des Topfes gründlich vermengt waren, stibitzte der Feinschmecker feinfühlig, schnell und sehr virtuos löffelchenweise Kostproben aus diesem Wundertopf. Mal vom Rand, mal aus der Mitte und mal ein großes Stück, aber jedesmal mit viel Charme und Humor. Ganz klar, er weiß, wie man das Publikum um den Finger wickelt.

Und ganz nebenbei gab es dann auch noch das unbeschreibliche Spiel des Gary Burton auf seinem Vibraphon. War er einerseits spontan und losstürmend mit dem Standard «Afro Blue» zur Eröffnung des Konzerts, als die Kollegen noch beim Kabel einstecken und Boxen aufdrehen waren, so zeigte er bei seiner Eigenkomposition «Was it so long ago?» wie wehmütig und verträumt sein Spiel auch sein kann. Dass Schnelligkeit mit Alter nichts zu tun hat, demonstrierten der Junghupfer Lage auf der Gitarre und der alte Hase Burton auf dem Vibraphon eindrucksvoll bei dem letzten angekündigten Stück des Abends. Bei dieser Komposition des Schlagzeugers – Antonio Sanchez – war der Drive und das Explosive dieses Musikers quasi vorprogrammiert, sodass der Titel eine unmissverständliche Frage an das Publikum war: «Did you get it?».

Gemeinsam mit dem Kontrabassisten Scott Colley gab Sanchez außerdem ein kongeniales Duo ab. Besonders bei den gemeinsamen Improvisationen konnte man das Niveau, die Kreativität und die Fähigkeit sich auf das Gegenüber einzulassen der beiden hörend bestaunen. Auch das subtile Zusammenspiel des Vibraphons und der Gitarre hatte etwas Verführerisches an sich. Dieses amerikanische Jazz-Quartett gab dem begeisterten Publikum eine Idee, was für eine musikalische Vielfalt durch feines Nachspüren von Klängen und energiereichen, aufgeladenen und dynamischen Ausdruck entsteht und wie spannend es erst wird, wenn sich diese Fähigkeiten treffen!

Hinweis der Redaktion: Die veröffentlichten Beiträge der Jungen Blogger geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion des Konzerthaus/magazin wieder.

 

10.05.2013 um 17:42 | Publiziert in: Allgemein, Jazz, Junge Blogger | 0 Kommentar(e)

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