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Trachten, Work-Out,Wechselschritt

von Wiener Konzerthaus

Von Matthäus Maier

Die letze Veranstaltung des Zyklus «Spielarten» am 7. Juni 2013 machte dem Mozart-Saal Beine und ließ die Bodendielen krachen.

Wenn Lederhosen und Dirndln den Mozart-Saal des Wiener Konzerthauses säumen und sich Besucherinnen und Besucher in städtischer Abendgarderobe in der Minderheit sehen, hat das in Regel nur eines zu bedeuten: Es kommt Bewegung ins Spiel. Tatsächlich ist der Saal seiner Stühle entledigt, das Parkett poliert und einige wenige wagemutige Paare sehnen schon mit kennerischer, freudig erwartender Miene die Musikanten herbei. Währenddessen biegt sich die Galerie unter dem Gewicht der eher weniger risikofreudigen Besuchermehrheit, die an diesem Abend zunächst eine beobachtende Rolle vorzieht und Anderen den Vortritt lässt. 

Doch auch das Publikum am Parkett lässt sich vorerst bitten und lauscht dem ersten Lied der «Citoller Tanzgeiger» in unbewegt-schüchterner Ergriffenheit. Erst nachdem Familien- und Kapellenoberhaupt Hermann Härtel das Kommando zu «Alles Walzer!» gibt, kreisen die ersten Tänzerinnen und Tänzer durch den Saal. Was folgt ist ein treibendes Programm aus Landler, Walzer, Polka und Boarischem. Härtel animiert das Publikum in lustig-aberwitziger Routine und lässt es sich nicht nehmen, als ländlicher Tanzlehrer mit der ein oder anderen Dame kühne Figuren und Schritte vorzuzeigen. Dabei werden komplexere Reihen wie die «Polka Franze» (Polka Francais) ebenso begeistert aufgenommen wie etwaige unterhaltungsbranchenübliche Plattitüden («Und jetzt gehen wir alle im Uhrzeigersinn, auch jene mit Digitaluhren.») Die Gäste honorieren diese Avancen mit einer immer volleren Tanzfläche und auch die Galerie lichtet sich langsam, wenngleich die spärlichen freien Plätze zumeist sofort von Erschöpften, die ihren Dienst am Parkett bereits geleistet haben, ergattert werden.



Nach einer knappen Stunden folgt die erste Ablöse und «Szalonna és Bandája» betreten die Bühne. Süßlich-schwere Csárdás-Musik erfüllt den Saal, die zuvor noch munter wirbelnden Paare blicken verlegen um sich und suchen nach einer Eins im Takt an der sie sich festhalten könnten. Ihnen wird von Zoltan Farkás und seiner Begleiterin Ildikó Tóth geholfen, die in die Mysterien des ungarischen Tanzes einführen. Wo zuvor noch gejodelt und gejuchzt wurde, wirken Farkás englische Instruktionen nun wie eine bizarre, an den falschen Ort versetzte Aerobic-Einheit: «Up, Up, Up, Up, Knees and left, left, left, left.....». Die Tanzmutigen nehmen die Anweisungen ebenso dankbar auf wie zuvor Härtels Kommandos. Gemeinsam wird im großen Kreis versucht die scheinbar rätselhafte Ordnung der magyarischen Drehungen, Plattler und Schrittfolgen zu entschlüsseln. Auch wenn der Altersdurchschnitt bei allem juvenilen Elan wohl bereits etwas gehoben ist, die Stimmung bei dieser letzten Veranstaltung der «Spielarten» ist heiter, ausgelassen und beinahe sommerlich. Bleibt nur noch zu hoffen, dass sich bis zum Herbst hin ausreichend Gelegenheiten ergeben die erlernten Tänze auch zu präsentieren.

Hinweis der Redaktion: Die veröffentlichten Beiträge der Jungen Blogger geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion des Konzerthaus/magazin wieder.



10.06.2013 um 08:27 | Publiziert in: Allgemein, World, Junge Blogger | 0 Kommentar(e)

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