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Minkowski, Wagner und Dietsch – eine gute Mischung

von Wiener Konzerthaus

Von Maurice Chales de Beaulieu

Am Samstag, den 1.6.2013, hatte ich die Möglichkeit, Les Musiciens du Louvre Grenoble unter Marc Minkowski zu besuchen. Gegeben wurde eine konzertante Aufführung einer längst vergessenen Version des gleichen Stoffes, der auch Wagners «Der Fliegende Holländer» zugrunde liegt: Pierre-Louis Dietschs «Le vaisseau fantôme» aus dem Jahr 1842.



Manchmal wundere ich mich über mich selbst. Während ich dem Konzert folgte, blätterte ich im Programmheft herum und las die Begleitaufsätze, eine Sache, die ich im Allgemeinen während des Konzerts zu vermeiden suche. Doch als Musikwissenschaftler hatte mich ein wenig die Leidenschaft gepackt. Ich hörte gerade ein Werk, das auf einem Entwurf Richard Wagners basierte, aber wie eine musikalische Mischung eines frühen Meyerbeers kombiniert mit geschmeidigen Kantilenen im Stile Donizettis oder Bellinis klang. Das musste mich einfach reizen. Wäre nicht die französische Sprache, hätte das zweiaktige Werk auch gut von einem Italiener stammen können. Während ich weiter das Programmheft studierte, tat es mir schon leid, dass ich aufgrund anderer Verpflichtungen den «Fliegenden Holländer», der interessanterweise direkt im Anschluss ebenfalls konzertant, nämlich in der Pariser Urfassung, gegeben wurde, nicht anhören konnte. Aber vielleicht ergibt sich ja tatsächlich einmal die Gelegenheit, sich inhaltlich-musikwissenschaftlich mit den beiden Werken zu beschäftigen. Es wäre nur allzu interessant.

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Von Cornelia Demmer

Eine Wagner-Oper uninszeniert zu präsentieren – die Musik der Idee des «Gesamtkunstwerks» also auf eine gewisse Art und Weise zu entziehen tut ihr mitunter sehr gut! Sie stattdessen in den musikalischen Kontext ihrer Entstehung zu betten, also «Le Vaisseau fantôme» von Pierre-Louis Dietsch gegenüber zu stellen, eine fast schon geniale Idee. Gut, dass sich auch Leute wie Marc Minkowski um Richard Wagner annehmen. Denn so war es dem Publikum am 1. Juni 2013 im Großen Saal des Wiener Konzerthauses vergönnt, eine außergewöhnliche Interpretation des «Fliegenden Holländers» mitzuerleben. 

Der Klang des Minkowskischen Orchesters Les Musiciens du Louvre Grenoble, der auch der Verwendung von Originalinstrumenten geschuldet ist, wirft gänzlich ungewohntes Licht auf Wagner. Durch die Holzblasinstrumente (welche tatsächlich noch alle aus Holz sind), das größtenteils noch mit viel weniger Ventilen auskommende Blech und die generell nicht so bombastische Besetzung wird ein Sound kreiert, der so transparent, vielschichtig und durchlässig ist, dass kleine Hörabenteuer erlebbar werden.



Die gesamte Aufführung barg Subtilität, Kontraste und Ausdrucksstärke in sich, die idealerweise von dem ausgezeichneten Estonian Philharmonic Chamber Choir mitgetragen wurden. Besonders begeistert haben Ingela Brimberg als Senta und Mika Karès als Donald, ihr Vater. Auch die Leistung von Evgeny Nikitin als Holländer war beachtenswert. Das Sängerensemble in ihren jeweiligen Rollen stimmlich und charakterlich sehr gut vervollständigt haben Eric Cutler als Georg, Marie-Ange Todorovitch als Mary und Bernhard Richter als Steuermann. Als wirklich beeindruckendes Herzstück dieser Aufführung blieb die Ballade der Senta in der Erinnerung hängen – grandios, technisch wie musikalisch!

Hinweis der Redaktion: Die veröffentlichten Beiträge der Jungen Blogger geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion des Konzerthaus/magazin wieder.




04.06.2013 um 18:48 | Publiziert in: Allgemein, Klassik, Junge Blogger | 0 Kommentar(e)

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