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Über uns – News

¿Wagner Anders!

von Wiener Konzerthaus

Othmar Schoeck

Richard Wagners Musik hat den Ruf, eine ernste Sache zu sein, der man sich nur andächtig widmen darf. Das bemerkte schon Mark Twain spöttelnd in seinen Berichten vom «Schreine des St. Wagner» 1891. Dennoch, oder wahrscheinlich gerade deshalb, verlockt Wagners Werk immer wieder Künstlerinnen und Künstler aus unterschiedlichen Genres dazu, sich ihm auf neuen Wegen zu nähern und so dem Publikum unerwartete Seiten des scheinbar Altbekannten zu erschließen.

Einen derart neuen Zugang zu Wagner & Co. versprechen die Mezzosopranistin Elisabeth Kulman und das Ensemble Amarcord Wien (Mozart-Saal, 4. Juni 2014), die mit phantasievollen Arrangements neue Pfade abseits des klassischen Konzertbetriebs beschreiten. Wer weiß schon, wieviel Humor und Experimentierfreude tatsächlich in Wagners Werk steckt? Den Versuch ist es allemal wert, ihm unverkrampft und humorvoll zu begegnen und mit Bearbeitungen und anderen Lockerungsübungen neue Facetten zu entlocken – tiefsinnig und verspielt, ernsthaft und lustvoll.

In diesem Sinne haben wir im Haus nach Lieblingsaufnahmen oder Lieblingsinterpretationen gefragt die Wagner von einer unbekannten, ungewohnten, andersartigen Seite zeigen. Hier sind die Antworten, die verschiedenste Facetten von Wagner beinhalten… Und YouTube Videos zu jeder Auswahl zum entsprechenden beschnuppern haben wir auch eingebettet.

Elisabeth Lahner Wagner e Venezia Rico Gulda The Last Recording Isabella Vetter The Anna Russell Album
Jens F. Laurson do you love wagner? Joker Kontra Wagner Isabel Neudecker Organ Fireworks
Didier Goossens Parsifal Elisabeth Reischl Wesendonck-Lieder Erwin Bartha Music For an Awful Lot of Winds…

Elisabeth Lahner
(Sponsoring & Fundraising) hat die «Wagner e Venezia» Aufnahme von Uri Caine immer sehr gut gefallen, findet sie doch Wagner und Espresso eine gute Mischung – und das direkt am Markusplatz, mit Bearbeitungen von Tristan, Tannhäuser, Walküre etc.. Caine bleibt bei «Wagner e Venezia» näher am Original als er das mit den «Goldberg Variationen» (Bach), den «Diabelli Variationen» (Beethoven) oder «Urlicht» (Mahler) macht. In diesem Fall hat sich Caine ein Kaffeehausensemble geschnappt und Gassenhauer wie den "Ritt Der Walküren" oder die "Tannhäuser"-Ouvertüre für ein zwei Violinen, Cello, Kontrabass, Akkordeon und Piano umgeschrieben. Das ganze wurde live aufgenommen: Tristanvorspiel aus den Tiefen des Kaffeegeschirrgeklimpers... und sich auf einmal wie auf ganz Venedig ausbreitend.



Peter Polanský
(Marketing & Jazz) findet „die beste denkbare Fassung“ in
Gansch & Roses‘ «Ring Ding a Ring»: Der komplette Ring in knapp 2 Stunden. Das ist zufällig (oder auch nicht) eine Auftragskomposition vom Wiener Konzerthaus… ein Live Mitschnitt sollte demnächst auf col legno erscheinen ....hoffentlich! Bis dahin haben wir diesen live-Mitschnitt von fragwürdiger Legalität und noch fragwürdigerer Qualität auf YouTube gefunden: 



Rico Gulda (Künstlerisches Betriebsbüro) meint, das „Isoldes Liebestod“ für Klavier solo sehr gut funktioniert, wenn z.B. jemand wie Horowitz sich daran macht. Oder aber auch „etwas ‚gesünder‘, einer wie Jorge Luis Prats“. Und dann läuft ihm auf YouTube noch ein alter Konzerthaus-Bekannter, zusammen mit Stephen Fry, über den Weg.
  

 
Das Wagnersche Lieblingslied von "einem (aus vielleicht guten Gründen) anonym bleiben wollenden Kollegen" ist P.D.Q. Bach a.k.a. Peter Schickele’s «Last Tango in Bayreuth» für vier Fagotte:


 
Isabel Neudecker (Dramaturgie) bringt uns auf die Spur von Wagner-Arrangements die es auch für die Königin der Instrumente gibt. Und die so klingen, als wär’s dafür geradezu gedacht gewesen. Zum Beispiel Jonathan Scott an der 1913 JJ Binns Orgel des Rathauses in Rochdale, der in folgendem Video die Ouvertüre vom «Tannhäuser» (arr. EH Lemare) spielt. Auch nicht von schlechten Eltern ist die Aufnahme von Wagner Vorspielen mit Hansjörg Albrecht [siehe oben].


 
Isabella Vetter (Konzerthausjugend) mag Anna Russell. Verständlicherweise, weil Anna Russell truly hilarious ist und im englischsprachigen Raum mit ihrer «Introduction to the Ring» in etwa das für Wagner und den Ring getan hat, wie Loriot im Deutschsprachigen mit  «Der Ring an einem Abend».



Didier Goossens (Marketing) empfiehlt einen kleinen Ausritt in den Jazz zu Dieter Ilg mit dessen Album «Parsifal».



Elisabeth Reischl (Künstlerisches Betriebsbüro) mag z.B. Hans Werner Henzes Bearbeitung für Orchester, Chor und zwei Soli der „Richard Wagnerschen Klavierlieder“. Bei der CD-Auswahl oben haben wir mit Henzes Orchesterversion der Wesendonck-Lieder geschummelt bzw. substitioniert. Aber sie mag auch Paul Hindemiths Streichquartett-Persiflage «Ouvertüre zum "Fliegenden Holländer", wie sie eine schlechte Kurkapelle morgens um 7 am Brunnen vom Blatt spielt». Die gibt es sogar vom wunderbaren Kocian Quartet eingespielt (Praga), ist aber auch auf der «Kontra Wagner» CD, die bei den Salzburger Festspielen mitgeschnitten wurde, zu hören.



Meine Wahl fällt auf Mike Svoboda und sein Album «do you love wagner?» (Wergo). Freie Jazz-Assoziationen zum Thema Wagner… ehrfurchtslos aber respektvoll, kongenial und subversiv. Dabei gibt es allerdings noch einiges, auch im klassischen Bereich, was der Erwähnung wert wäre. Zum Beispiel die beiden Franzosen und Wagnerzeitgenossen Emmanuel Chabrier («Souvenirs de Munich») und Gabriel Fauré («Souvenirs de Bayreuth», geschrieben zusammen mit André Messager), die beide herrliche Parodien (Klavier zu vier Händen) auf Wagner geschrieben haben.

Und vielleicht kommt ja ein neuer Favorit hinzu, im Kulman/Amarcord Konzert am 4. Juni, mit Sebastian Gürtlers Bearbeitungen der «Wesendonck-Lieder» für Mezzosopran, Violine, Violoncello, Kontrabass und Akkordeon… oder Tommaso Hubers «Prügelfuge – fast and slow motion» (2013), dessen Titel doch stark eine Meistersingerei vermuten läßt. ¶ jfl


23.05.2014 um 10:30 | Publiziert in: Hörprobe, Klassik | 0 Kommentar(e)

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