Dorothee Hartinger, © Stephan van der Deken (Ausschnitt)

Schonungslose (Selbst-)Abrechnung: Jelineks «Winterreise»

von Wiener Konzerthaus

In direkter Nachbarschaft zum Wiener Konzerthaus steht das Wiener Akademietheater, Spielstätte des Burgtheaters und Bühne der österreichischen Erstaufführung von Elfriede Jelinek «Winterreise». Dorothee Hartinger ist Teil des wunderbaren Ensembles, das sich mit dem Regisseur Stefan Bachmann auf die dunkle «Reise im Stillstand», wie Jelinek es selbst formulierte, machte. Die schroffe, abweisende Bühne tauscht Hartinger nun gegen den lichtdurchfluteten Schubert-Saal wenn sie Ausschnitte des prämierten Theaterstücks als Abschluss des Themenschwerpunkts Exil der Reihe Musik und Dichtung liest. An ihrer Seite ist dabei der Pianist Christoph Berner. Mit Werken von Schubert über Liszt bis zu Ernst Kreneks «Echoes from Austria» und Ruth Schönthals «Paradise» lässt er weiterklingen, was Jelineks radikale persönliche Bilanz dominiert: das unüberwindbare sich Fremdfühlen in der Gegenwart, die Erfahrung des inneren (Schubert) oder geografischen (Krenek, Schönthal) Exils.

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16.06.2015 um 12:03 | Publiziert in: Literatur | 0 Kommentar(e)

 

Esa-Pekka Salonen über Strawinskis Dämonen-Spektakel «Feuervogel»

von Wiener Konzerthaus

Esa-Pekka Salonen über Strawinskis energiegeladenes Dämonen-Spektakel «Feuervogel»

Wer vor dem Gastspiel des aus London zu uns kommenden Philharmonia Orchestras etwas von der Begeisterung, mit der ihr Chefdirigent Esa-Pekka Salonen für die Musik Igor Strawinskis glüht, spüren möchte, sollte sich seinen kurzen, informativen «Listening Guide» anschauen.

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01.06.2015 um 08:15 | Publiziert in: Klassik | 0 Kommentar(e)

Arnold Böcklin - Die Toteninsel , © Arnold Böcklin

Böcklins «Die Toteninsel» als düstere Inspirationsquelle

von Wiener Konzerthaus

«Die Toteninsel» wurde gegen Ende des Jahrhunderts zu einem Lieblingsbild des deutschen Bürgertums. Es existieren zahllose Nachahmungen, Karikaturen und Postkartenversionen, aber auch ernsthafte Auseinandersetzungen mit dem Werk. Sergej Rachmaninoff als Inspiration für seine 1909 entstandene Symphonische Dichtung gleichen Titels, und auch Max Reger schuf eine Vertonung. Salvador Dali und Max Ernst malten ihre eigenen Versionen des Bildes. Die Melange aus Todessehnsucht und Zivilisationsflucht hatte eine anscheinend übermächtige Wirkung auf die Fantasie der Zeitgenossen.

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28.05.2015 um 17:43 | Publiziert in: Klassik | 0 Kommentar(e)

Sir Simon Rattle, © Thomas Rabsch

Gesang der Einsamkeit und Best-Of-Haydn

von Wiener Konzerthaus

Morgen stellt Sir Simon Rattle mit den Wiener Philharmonikern in der zweiten Konzerthälfte ein ganz besonderes Programm vor: ein Best-Of-Haydn, zusammengestellt von Rattle zur «Imaginary Symphony». «Es ist eine exzentrische Reise durch Haydns Werk. Ich dachte mir, wie wundervoll es sein würde, wenn seine ausgefallensten und speziell die zukunftsweisendsten Stücke als eine Art Greatest Hits gespielt werden», erklärt der charismatische Dirigent. «Im besten Fall zeichnet dieses Pasticcio ein Bild des Komponisten, der die Ideale der Aufklärung, Intelligenz, Respekt, Witz und tiefgehende Gedanken verkörpert wie kein Zweiter.»

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27.05.2015 um 17:14 | Publiziert in: Klassik | 0 Kommentar(e)

Wiener Konzerthaus/Spotify, © Wiener Konzerthaus/Spotify

Spotify Playlist March 2015 (Classical)

von Wiener Konzerthaus



Die Monats-Playlist stellt jeden Monat die in Konzerthaus-Veranstaltungen gespielten Werke (Klassik hier, Jazz & World gesondert) vor.

Spotify Playlist

Die Iden des März gilt es zu meiden, weshalb man im Konzerthaus bei guter Musik gut aufgehoben ist. Die Monats-Playlist soll dabei März-Ideen geben. Hier sei auf diverse, subjektiv empfundene Höhepunkte hingewiesen. 

Da wäre zum Beispiel das Konzert des Tonhalle-Orchesters aus Zürich, welches unter Chefdirigent Lionel Bringuier Esa-Pekka Salonens Orchesterstück «Helix» (2005) präsentiert; ein Werk über welches Salonen selber schreibt: 

«I decided to compose a celebratory and direct overture-like piece, which would nevertheless be very rigidly structured, and based on essentially one continuous process. The form of Helix can indeed be described as a spiral or a coil; or more academically a curve that lies on a cone and makes a constant angle with the straight lines parallel to the base of the cone. 

The process of Helix is basically that of a nine-minute accelerando. The tempo gets faster, but the note values of the phrases become correspondingly longer. Therefore only the material’s relation to the pulse changes, not necessarily the impression of speed itself. Hence the spiral metaphor: the material (which consists essentially of two different phrases) is being pushed through constantly narrowing concentric circles until the music reaches a point where it has to stop as it has nowhere to go. 

The musical expression changes quite drastically in the course of these nine minutes: the idyllic, almost pastoral opening phrase for piccolo and contra-bassoon returns much later in the horns and trumpets, fortissimo, surrounded by a very busy tutti orchestra. The closing section shows the material in an almost manic light.»

Dazu zudem Mussorgski (Bilder einer Ausstellung) sowie Yuja Wang (erst kürzlich im Konzerthaus; ein Ausschnitt davon hier auf YouTube) in dem 2. Klavierkonzert von Sergej Prokofjew.
Tonhalle-Orchester Zürich / Wang / Bringuier
Samstag, 7. März 2015, 19:30 Uhr



Den Liederabend von Philippe Jaroussky wird kein Freund...

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15.03.2015 um 15:30 | Publiziert in: Klassik, Hörprobe, Playlist | 0 Kommentar(e)


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