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«Continuing a journey of peace and hope» – Ladysmith Black Mambazo

von Wiener Konzerthaus

Von Cornelia Demmer

Mit dieser Friedensbotschaft und kraftvollen Klängen brachte das südafrikanische Vokalensemble Ladysmith Black Mambazo am 29. April 2013 das Wiener Konzerthaus zum Vibirieren. Trotz späterer Stunde füllte sich der Große Saal ohne Probleme und die Show konnte beginnen. Doch was ist Show und wie ist das mit der «Musik der Welt»? Was für eine Rolle spielt da die Frage nach Authentizität? Auf den Punkt bringt diese Thematik der Musikwissenschaftler Jack Bishop mit der Frage: «Whose world and which beat?»

Anlässlich eines weiteren Konzertes der Reihe «world – Musik der Welt» möchte ich das bunte Multikulti des fröhlich-entspannten Konsumierens des Exotisch-Anderen kritisch beäugen. Keine Frage, die Performance der neun Männer aus dem Süden Afrikas beeindruckte durch akrobatischen Tanz und präzisen «Isicathamiya». Dieser Gesangsstil entstand und etablierte sich unter den schwarzen Minenarbeitern und reflektiert die Verschmelzung der Klangkulturen der Zulu und den christlichen Missionaren. So formte sich ein Genre, welches vielstimmige Harmonik, komplexe Rhythmik und das Call-and-Response-Prinzip zusammen mit einem hochstilisierten Tanzstil verbindet.

Doch wie ist es mit der Authentizität? Ob diese Frage sich tatsächlich stellen muss in dem Verhältnis zwischen Bühne und Auditorium, bei dem es auf beiden Seiten klar ist, dass es sich auf der Bühne um künstlerische Darstellung, also etwas bewusst Inszeniertes handelt, möchte ich hinterfragen. Aber bei dem durch große internationale Plattenfirmen kreierten Genre der «world music» wird Authentizität wie ein Etikett, welches man noch schnell auf das Plattencover klebt, gehandhabt.

Ja, und dann wären da noch die berühmten Pop-Superstars der westlichen Welt (Paul Simon), welche sich neuen Schwung ihrer Karriere und finanziellen Erfolg durch exotische Klänge (Ladysmith Black Mambazo) erhoffen. Dabei bleibt es ein ungeschriebenes Gesetz, dass die tatsächliche Mischung der Stile immer in der Hand des Westlers bleibt und er es ist, der den Sound des Projekts bestimmt. Und so entsteht ein Album (Graceland, 1986), auf dem afrikanische KünstlerInnen einen schwungvollen und reizvoll exotischen Klangteppich für den amerikanischen Star bilden.

Auch bei dem Auftritt in Wien durfte der Hit «Homeless» (von eben diesem Album) nicht fehlen, genauso wenig wie  «Amazing Grace» als letzter Song. Doch angesichts der langen Liste an mindestens ebenso erfolgreichen Projekten des Ensembles stellt sich mir die Frage, ob diese Reminiszenz an das Paul Simon-Album nicht vielmehr den Erwartungen des Publikums geschuldet ist, als dem künstlerischen Ausdruckswillen der Sänger? In jedem Fall ist Ladysmith Black Mambazo ein hochprofessionelles Ensemble, welches schon seit Jahrzehnten auf internationalen Bühnen auftritt und ganz genau weiß, mit welchen Vorstellungen und Bildern das Publikum in ihre Shows kommt. Sagen denn Performances, welche stereotype Ideen befriedigen, nicht vielmehr etwas über uns als Konsumenten aus, als über die vermeintlich «authentische Tradition» der Interpreten?

Hinweis der Redaktion: Die veröffentlichten Beiträge der Jungen Blogger geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion des Konzerthaus/magazin wieder.

03.05.2013 um 18:05 | Publiziert in: Allgemein, World, Junge Blogger | 1 Kommentar(e)

Kommentare

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von Manuel Radinger am 03. Mai; 20:40 Uhr

Authentizität in der Musik?

Bei Kunst im Allgemeinen und ganz besonders wenn es um Musik geht, kann es meiner Meinung nach keine einzig gültige Authentizität geben. Letztlich wird diese von Rezipienten, Plattenfirmen oder Anderen auf die Künstler und deren Musik projiziert. D.h. Kunst hat je nach Betrachtung und Kontext eine andere Authentizität.

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