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Wenn die Muse zur Passion wird... Fatoumata Diawara

von Wiener Konzerthaus

Von Matthäus Maier


Im Zuge ihrer Welttournee lehrten Fatoumata Diawara und ihre Musiker am 24. Mai 2013 dem Wiener Konzerthaus die Freuden der afrikanischen Musik und trafen dabei auf ein äußerst dankbares Publikum.

Spätestens um 21 Uhr verlässt die «ernste Musik» das Wiener Konzerthaus und macht Platz für leichtere Musen. Da werden die obersten Hemdknöpfe gelockert und die Absatzschuhe gegen bequemeres Fußwerk getauscht. Die strenge Etikette des Abendlandes wird von der freudigen Erwartung «etwas aus der Welt zu sehen» weichgespült.

Mit Spannung erwartet der bis zum letzten Platz gefüllte Mozartsaal die Künstlerin, in Bewusstsein dieser Erwartung betritt Fatoumata Diawara in afrikanischem Ornat die Bühne. Die eloquent-virtuose Musikerin aus Mali und ihre äußerst talentierten Kompagnons halten was sie versprechen: Afrikanische Musik, mit Elementen aus Jazz und Pop für europäische Ohren aufbereitet.

«Please move your body, if you want to»

Bereits beim zweiten Song wagt sich eine einzelne Tänzerin aus dem Publikum vor das Podium und erntet dafür frenetischen Applaus. Schließlich gibt es nach dem obligatorischen «Please move your body, if you want to» kein Halten mehr. Die Sitzordnung wird ihrer Daseinsberechtigung enthoben, die Jacketts werden entledigt und die Hüften schwingen. Abermals wird das Wiener Konzerthaus zur ausgelassenen Brodelküche. Strahlende, verschwitze Gesichter und zu Gruppenchoreografien animiert wippende Körper verdeutlichen wobei es hier geht: Um Unterhaltung. Doch auch hierbei kommt der Bildungsauftrag nicht zu kurz, bei allem Spaß ist auch Platz für politische Agenda («Female mutilation must be stopped») oder Wissenserweiterung («All african music is based on the same rhythm»). Zum Drüberstreuen wird noch eine didaktische Einführung in die unterschiedlichen Ausprägungen des afrikanischen Tanzes geboten. Beigestert saugt das Publikum jegliche folkloristische Hingabe auf.

Nuancenreichen Schattierungen des Wassoulugesangs

Neben dem Spektakel geht es allerdings beinahe die musikalisch-interpretatorische Klasse verloren, über die die Musiker verfügen. Diawara beherrscht die nuancenreichen Schattierungen des Wassoulugesangs vollkommen, ebenso ausgereift lässt Gitarrist Greg Emonet ihre afrikanischen Lieder durch jazzig-souliges Picking in einen westlichen Kontext gleiten. Auch die restlichen Bandmitglieder meistern ihre Aufgabe bravourös, wie sie es wohl bei den unzähligen Konzerten dieser Tour zuvor getan haben und auch weiterhin tun werden. Fatoumata Diawara und ihre Musiker sind konsequent und überzeugend und wissen vor allem, wie sie den Funken setzen müssen, um die Konzertsäle des Okzidents zu entflammen. Denn schließlich ist die Musik, für die sie stehen, nicht nur dazu bestimmt, Geist und Gemüt, sondern vorwiegend auch Körper zu bewegen. So ist es ferner schwer in Ordnung, wenn in den Mozartsälen dieser Welt getanzt, gesprungen und geschrien wird. Und dann sind auch Sätze erlaubt wie: «And now, all hands up to the sky......»

Hinweis der Redaktion: Die veröffentlichten Beiträge der Jungen Blogger geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion des Konzerthaus/magazin wieder.

31.05.2013 um 15:10 | Publiziert in: Allgemein, World, Junge Blogger | 0 Kommentar(e)

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