1
Montag MO 1 August 2022
2
Dienstag DI 2 August 2022
3
Mittwoch MI 3 August 2022
4
Donnerstag DO 4 August 2022
5
Freitag FR 5 August 2022
6
Samstag SA 6 August 2022
7
Sonntag SO 7 August 2022
8
Montag MO 8 August 2022
9
Dienstag DI 9 August 2022
10
Mittwoch MI 10 August 2022
11
Donnerstag DO 11 August 2022
12
Freitag FR 12 August 2022
13
Samstag SA 13 August 2022
14
Sonntag SO 14 August 2022
15
Montag MO 15 August 2022
16
Dienstag DI 16 August 2022
17
Mittwoch MI 17 August 2022
18
Donnerstag DO 18 August 2022
19
Freitag FR 19 August 2022
20
Samstag SA 20 August 2022
21
Sonntag SO 21 August 2022
22
Montag MO 22 August 2022
23
Dienstag DI 23 August 2022
25
Donnerstag DO 25 August 2022
26
Freitag FR 26 August 2022
27
Samstag SA 27 August 2022
28
Sonntag SO 28 August 2022
29
Montag MO 29 August 2022
30
Dienstag DI 30 August 2022
31
Mittwoch MI 31 August 2022
Über uns – News

«Carmina Burana» und der historistische Modernismus

von Wiener Konzerthaus

Von Alexander Wilfing

Am 27., 28. und 29. Juni 2013 erklingen im Wiener Konzerthaus zwei Werke unter der Leitung Gerald Wirths und der Wiener Singakademie, deren letzteres die musikalische Fachwelt seit ungefähr siebzig Jahren anhaltend beschäftigt: Wolfgang Rihms «Tutuguri/Poème dansé» (1980–1982) und Carl Orffs «Carmina Burana» in der instrumental reduzierten Bearbeitung Wilhelm Killmayers (1936/1956). Ohne hier auf die noch immer umstrittenen Bedingungen seiner historischen Entstehung einzugehen, sollen hier kurz die ästhetischen sowie musikhistorischen Parameter dieses populären Werks erläutert werden, die vor allem dafür gesorgt haben, dass sich Orffs Stück einer bis heute anhaltenden Beliebtheit erfreut.

Die Komponisten des frühen 20. Jahrhunderts, sofern sie deutscher Herkunft waren und sich vokalen Kompositionen widmeten, standen vor einem grundlegenden Dilemma: Die theoretischen Geschichtskonstruktionen des 19. Jahrhunderts, die man auch noch in Schönbergs Schriften verfolgen kann, hatten einen klassischen Kanon gebildet, der spätere Generationen zu einem bestimmten historischen Erbe verpflichtete. Die Geschichte der deutschen Musik, meist beginnend bei J.S. Bach und endend bei dem jeweils schreibenden Komponisten, verkörperte eine teleologische Entwicklung, in der neue Musik im Sinne Hegels «aufgehoben» war. «Neue» Musik musste sich somit immer avanciertere Formstrukturen schaffen, die an den historischen Kanon rückgebunden wurden und in eine kontinuierliche musikalische Evolution eingebunden waren.

Dieses Modell galt auch noch für Schönbergs Dodekaphonie, die als legitim-logische Fortsetzung der westlichen Musik verstanden wurde und dieser «die Vorherrschaft für die nächsten hundert Jahre» sichern sollte. Orff, welcher der neuen Methodik der «Zweiten Wiener Schule» nicht folgen wollte und durch die zeithistorischen Bedingungen auch gar nicht hätte folgen können, stand somit vor dem eminenten Problem, neue Wege aufzubauen, ohne sich der aktuellsten Strömung anzuschließen: modern sein, ohne modern zu wirken. Stravinskys Schaffen – im damaligen Deutschland zwiespältig aufgenommen – und dessen konsequente Emanzipation des rhythmischen Elements bot ihm dabei einen geeigneten Ansatzpunkt, der in «Carmina Burana» mit einer faszinierenden historistischen Lösung verbunden werden konnte.

Ohne Kenntnis einer mittelalterlichen Neumen-Notation und im freien Rückgriff auf melodische Modelle des 16. und 17. Jahrhunderts schuf Carl Orff ein historisches «Gemälde», dessen zwiespältige Kombination aus «alten» Melodien und «neuer» Rhythmik einen einzigartigen Kompositionsstil begründete, den man dem «historistischen Modernismus» zuordnen könnte: aktuelle Parameter werden mit scheinbar antiquierten Elementen verbunden, die durch ihre verfremdete Integration einen völlig neuen Status erreichten. Diese Methodik, die im frühen 20. Jahrhundert immer größere Verbreitung finden sollte und sich als innovative Schaffensform zunehmend etablierte, fand bei Orffs «Carmina Burana» ihr wohl bekanntestes Beispiel, das schlüssig belegt, dass künstlerischer Modernismus und geschichtliches Bewusstsein keine exklusiven Faktoren darstellen.

Hinweis der Redaktion: Die veröffentlichten Beiträge der Jungen Blogger geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion des Konzerthaus/magazin wieder.

 

28.06.2013 um 08:37 | Publiziert in: Allgemein, Klassik, Junge Blogger | 0 Kommentar(e)

Kommentare

Nettiquette | AGB

Blogarchiv

TICKET- & SERVICE-CENTER

Wiener Konzerthaus
Lothringerstraße 20
A-1030 Wien

Telefon: +43 1 242002
Telefax: +43 1 24200-110
ticket@konzerthaus.at

Öffnungs- und Telefonzeiten
September bis Juni

Montag bis Freitag 10.00 bis 18.00 Uhr
Samstag 10.00 bis 14.00 Uhr

Juli und August

Montag bis Freitag 10.00 bis 14.00 Uhr
Geschlossen
September bis Juni: Sonn- und Feiertage | 24. Dezember | Karfreitag
Juli und August: Samstage, Sonn- und Feiertage
Bitte kaufen Sie Ihre Karten an diesen Tagen online.

Abendkasse

ab 1 Stunde vor Veranstaltungsbeginn
An den Abendkassen können nur Kartenkäufe und -abholungen für die Veranstaltungen des jeweiligen Tages bzw. Abends vorgenommen werden.

Das Wiener Konzerthaus dankt all seinen Sponsoren und Kooperationspartnern