Montag MO 1 Jänner 0001
Montag MO 1 Jänner 0001
Montag MO 1 Jänner 0001
Montag MO 1 Jänner 0001
Montag MO 1 Jänner 0001
Montag MO 1 Jänner 0001
1
Sonntag SO 1 August 2021
2
Montag MO 2 August 2021
3
Dienstag DI 3 August 2021
4
Mittwoch MI 4 August 2021
5
Donnerstag DO 5 August 2021
6
Freitag FR 6 August 2021
7
Samstag SA 7 August 2021
8
Sonntag SO 8 August 2021
9
Montag MO 9 August 2021
10
Dienstag DI 10 August 2021
11
Mittwoch MI 11 August 2021
12
Donnerstag DO 12 August 2021
13
Freitag FR 13 August 2021
14
Samstag SA 14 August 2021
15
Sonntag SO 15 August 2021
16
Montag MO 16 August 2021
17
Dienstag DI 17 August 2021
18
Mittwoch MI 18 August 2021
19
Donnerstag DO 19 August 2021
20
Freitag FR 20 August 2021
22
Sonntag SO 22 August 2021
23
Montag MO 23 August 2021
24
Dienstag DI 24 August 2021
25
Mittwoch MI 25 August 2021
26
Donnerstag DO 26 August 2021
27
Freitag FR 27 August 2021
28
Samstag SA 28 August 2021
29
Sonntag SO 29 August 2021
30
Montag MO 30 August 2021
31
Dienstag DI 31 August 2021
Über uns – News

«Carmina Burana» und der historistische Modernismus

von Wiener Konzerthaus

Von Alexander Wilfing

Am 27., 28. und 29. Juni 2013 erklingen im Wiener Konzerthaus zwei Werke unter der Leitung Gerald Wirths und der Wiener Singakademie, deren letzteres die musikalische Fachwelt seit ungefähr siebzig Jahren anhaltend beschäftigt: Wolfgang Rihms «Tutuguri/Poème dansé» (1980–1982) und Carl Orffs «Carmina Burana» in der instrumental reduzierten Bearbeitung Wilhelm Killmayers (1936/1956). Ohne hier auf die noch immer umstrittenen Bedingungen seiner historischen Entstehung einzugehen, sollen hier kurz die ästhetischen sowie musikhistorischen Parameter dieses populären Werks erläutert werden, die vor allem dafür gesorgt haben, dass sich Orffs Stück einer bis heute anhaltenden Beliebtheit erfreut.

Die Komponisten des frühen 20. Jahrhunderts, sofern sie deutscher Herkunft waren und sich vokalen Kompositionen widmeten, standen vor einem grundlegenden Dilemma: Die theoretischen Geschichtskonstruktionen des 19. Jahrhunderts, die man auch noch in Schönbergs Schriften verfolgen kann, hatten einen klassischen Kanon gebildet, der spätere Generationen zu einem bestimmten historischen Erbe verpflichtete. Die Geschichte der deutschen Musik, meist beginnend bei J.S. Bach und endend bei dem jeweils schreibenden Komponisten, verkörperte eine teleologische Entwicklung, in der neue Musik im Sinne Hegels «aufgehoben» war. «Neue» Musik musste sich somit immer avanciertere Formstrukturen schaffen, die an den historischen Kanon rückgebunden wurden und in eine kontinuierliche musikalische Evolution eingebunden waren.

Dieses Modell galt auch noch für Schönbergs Dodekaphonie, die als legitim-logische Fortsetzung der westlichen Musik verstanden wurde und dieser «die Vorherrschaft für die nächsten hundert Jahre» sichern sollte. Orff, welcher der neuen Methodik der «Zweiten Wiener Schule» nicht folgen wollte und durch die zeithistorischen Bedingungen auch gar nicht hätte folgen können, stand somit vor dem eminenten Problem, neue Wege aufzubauen, ohne sich der aktuellsten Strömung anzuschließen: modern sein, ohne modern zu wirken. Stravinskys Schaffen – im damaligen Deutschland zwiespältig aufgenommen – und dessen konsequente Emanzipation des rhythmischen Elements bot ihm dabei einen geeigneten Ansatzpunkt, der in «Carmina Burana» mit einer faszinierenden historistischen Lösung verbunden werden konnte.

Ohne Kenntnis einer mittelalterlichen Neumen-Notation und im freien Rückgriff auf melodische Modelle des 16. und 17. Jahrhunderts schuf Carl Orff ein historisches «Gemälde», dessen zwiespältige Kombination aus «alten» Melodien und «neuer» Rhythmik einen einzigartigen Kompositionsstil begründete, den man dem «historistischen Modernismus» zuordnen könnte: aktuelle Parameter werden mit scheinbar antiquierten Elementen verbunden, die durch ihre verfremdete Integration einen völlig neuen Status erreichten. Diese Methodik, die im frühen 20. Jahrhundert immer größere Verbreitung finden sollte und sich als innovative Schaffensform zunehmend etablierte, fand bei Orffs «Carmina Burana» ihr wohl bekanntestes Beispiel, das schlüssig belegt, dass künstlerischer Modernismus und geschichtliches Bewusstsein keine exklusiven Faktoren darstellen.

Hinweis der Redaktion: Die veröffentlichten Beiträge der Jungen Blogger geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion des Konzerthaus/magazin wieder.

 

28.06.2013 um 08:37 | Publiziert in: Allgemein, Klassik, Junge Blogger | 0 Kommentar(e)

Kommentare

Nettiquette | AGB

Blogarchiv

TICKET- & SERVICE-CENTER

Wiener Konzerthaus
Lothringerstraße 20
A-1030 Wien

Telefon: +43 1 242002
Telefax: +43 1 24200-110
ticket@konzerthaus.at

Öffnungs- und Telefonzeiten

September bis Juni
Montag bis Freitag 10.00 bis 18.00 Uhr
Samstag 10.00 bis 14.00 Uhr

Juli und August:
Montag bis Freitag 10.00 bis 14.00 Uhr

Abendkasse

ab 1 Stunde vor Veranstaltungsbeginn
An den Abendkassen können nur Kartenkäufe und -abholungen für die Veranstaltungen des jeweiligen Tages bzw. Abends vorgenommen werden.

Geschlossen

Sonn- und Feiertage
9. September 2021
24. Dezember und Karfreitag
Bitte kaufen Sie Ihre Karten an diesen Tagen online.

Das Wiener Konzerthaus dankt all seinen Sponsoren und Kooperationspartnern