Bo Skovhus © Roland Unger (Ausschnitt)

Bo Skovhus / Stefan Vladar

«Winterreise»

Sonntag 17 April 2016
19:30 – ca. 20:50 Uhr
Mozart-Saal

Veranstaltung hat bereits stattgefunden

Interpreten

Bo Skovhus, Bariton

Stefan Vladar, Klavier

Programm

Franz Schubert

Winterreise. Liederzyklus nach Gedichten von Wilhelm Müller D 911 (1827)

Zyklus Lied
Stefan Vladar

Links http://www.stefanvladar.com

Veranstalter Wiener Konzerthausgesellschaft

«Fülle des Wohllauts»

Die Winterreise, ein altes literarisches Motiv, das Goethe etwa ebenso aufgegriffen hat wie Heinrich Heine und Italo Calvino, steht häufig für eine existentielle Krise des Reisenden. In den Gedichten Wilhelm Müllers, die Franz Schuberts Liederzyklus aus dem Jahr 1827 zugrunde liegen, zieht der Protagonist nach einer vergeblichen Liebe hinaus in eine unwirtliche Welt, irrt ziellos durch eine kalte Landschaft. Die Natur spiegelt in ihrer eisigen Erstarrung dabei seine Gemütsverfassung wider. Und nicht zuletzt gerät auch Hans Castorp in Thomas Manns «Zauberberg» bei einem Skiausflug in einen Schneesturm, in kalte und verschneite Landschaften, in denen er die Orientierung verliert. Sein Lieblingslied ist Franz Schuberts «Lindenbaum» aus der «Winterreise». «Das Lied bedeutete ihm viel, eine ganze Welt ...», wohl wegen seiner «Sympathie mit dem Tode». Dass die Zweige darin flüstern «Komm her zu mir, Geselle / Hier find’st du deine Ruh’!» lässt sich als Erlösung von der ruhelosen Wanderschaft verstehen, als Eingangstor in die ewige Ruhe.
Kein Wunder, dass es als Sänger der höchsten Weihen bedarf, um sich diesem Zyklus anzunähern, der nicht nur höchste Sangeskunst verlangt, sondern auch eine sensible Einfühlungsgabe in die verschiedenen düsteren Stimmungen der 24 Lieder. Nach zeitgenössischen Quellen sollen zu Schuberts Zeiten am Ende eines erfolgreichen Liederabends alle geweint haben. Ein Zuhörer, der Schubert öfter gehört haben will, hielt fest: «Und war das Lied zu Ende, so geschah es nicht selten, dass die Herren sich in die Arme stürzten, und das Übermaß des Gefühles in Tränen sich Bahn brach.» In gegenwärtigen Tagen ist das Publikum mit seinen Reaktionen freilich viel zurückhaltender, doch gibt es wohl bis heute kaum ein musikalisches Werk, das dermaßen rührt und das Auditorium in seinen Bann zu ziehen vermag wie Schuberts «Winterreise».
Endlich ist es nun soweit und Bo Skovhus, dessen steile Karriere bereits 1988 an der Wiener Volksoper mit Mozarts «Don Giovanni» begann, wagt sich gemeinsam mit Stefan Vladar, dem diese Saison eine Porträtreihe gewidmet ist, an diesen Zyklus mit der mythischen Aura. Ende 2012 meinte Skovhus in einem Interview mit der Presse: «Man glaubt es nicht, aber weder Stefan Vladar noch ich haben bisher Erfahrungen mit diesem Zyklus gesammelt. Ich glaube, wir sind beide jetzt reif genug, haben genügend Lebenserfahrung gesammelt, um diese Herausforderung annehmen zu können, an die ich mich als junger Sänger aus Respekt nie gewagt hätte.»
Der dänische Bariton studierte am Musikinstitut Aarhus, an der Königlichen Opernakademie in Kopenhagen und in New York. 1997 wurde Skovhus, der in Wien sein künstlerisches Zentrum hat, der Titel des österreichischen Kammersängers verliehen. Nun ist Bo Skovhus mit der «Winterreise», die ihn bereits durch Dänemark und Deutschland geführt hat, endlich im Wiener Konzerthaus zu hören.

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